„brain drain“ – Die X-Akten des Wissens

In dem Videobeitrag „ Japan – Das Wirtschaftswunder ergraut“ wird der Zustand eines Landes beleuchtet, in dem es immer weniger Kinder und immer mehr ältere Menschen gibt. Welche Belastungen und Chancen dieser Umstand mit sich bringt, zeigt der halbstündige Beitrag. Für die Lösung der Aufgabe ist nur der Abschnitt von Minute 12’30 bis 15‘40 relevant. Es ist jedoch empfehlenswert, sich zusätzlich einige einleitende Minuten anzuschauen. Das Portal „ ErfahrungDeutschland.de“ zeigt mit seiner Idee der „ ED Gesellschaft für Expertenwissen Portal mbH“ wie das Erfahrungswissen älterer MitarbeiterInnen genutzt werden kann.

Im Video „Japan – Das Wirtschaftswunder ergraut“ wird unter anderem die Problematik der demographischen Entwicklung hin zu einer älteren Bevölkerung aus der Perspektive der Wissensweitergabe beleuchtet. Es wird am Beispiel einer Firma schön gezeigt, wie abhängig nicht vollständig automatisierbare, individuelle Produktion vom Wissen der Fachkräfte sein kann. Im Beispiel wird gezeigt, wie die Firma auf diese Problematik reagiert und versucht, mit dem Wissen von älteren Fachkräften umzugehen. Bezogen auf das Bausteinmodell nach Probst et al. ist explizit davon auszugehen, dass eine Wissensidentifikation schon stattgefunden hat. Zumindest unter dem Gesichtspunkt, dass vorliegendes Wissen bekannt ist – eine Explizierung ist im handwerklichen Bereich natürlich nicht unkompliziert. Hervorzuheben ist, dass die Firma Prozesse in Gang gesetzt hat, um Wissensbewahrung zu betreiben. Die älteren Mitarbeiter bekommen die Möglichkeit, auch nach der Pensionierung weiter bei der Firma zu arbeiten und die Firma kann so das Wissen halten und mit den erfahrenen Mitarbeitern daran arbeiten, dass Wissen an unerfahrenere Mitarbeiter weiterzugeben (Wissen(ver)teilung).

Eine ähnliche Problemstellung stellt die Grundlage für das Portal „Erfahrung-Deutschland.de“. Auch hier wird auf die Problematik reagiert, dass beim Abgang älterer Mitarbeiter wichtiges (Erfahrungs-)Wissen verloren geht und in Arbeitsabläufen nicht mehr zur Weitergabe zur Verfügung steht. Unterschiedlich ist zu betrachten, auf welche Bausteine nach Probst et al. im Zusammenhang gesetzt wird. Hier wird der Fokus nicht auf eine Wissenarbeit gelegt, die die eigene Organisation stützen soll, sondern darauf, verschiedenen Organisationen die Möglichkeit zu bieten, Wissenslücken zu füllen (als Geschäftsmodell). Die Wissensidentifikation wird also in Hand der Kunden gelegt. Diese Inanspruchnehmer des Portals können dann durch Akquise von Wissensträgern aus dem Portal heraus, eine Wissensnutzung generieren, die dem Unternehmen sonst nicht zur Verfügung gestanden hätte. Idealerweise kann das durch den externen Wissensarbeiter mitgebrachte Wissen auch auf die eine oder andere Art verteilt oder geteilt werden, so dass das genutzte Wissen wiederum in das Netz der Wissenbausteine einfließt und so mit dem dazugekauften Wissen eine Wissensentwicklung stattfindet. So könnte die inanspruchnehmende Organisation auch einen höheren Mehrwert aus der Nutzung der Ressourcen ziehen.

Übergreifend empfinde ich beide Ansätze (Firma im Videobeitrag und Portal) als konsequente Schritte, die auf aktuelle Probleme der Wissensarbeit eingehen. Aus meiner Sicht sind solche Aktionen/Reaktionen künftig keine Seltenheit. Ich würde aber nicht nur die demographische Entwicklung der Altersstruktur als Einflussfaktor anbringen, sondern auch die Verwissenschaftlichung der Gesellschaft und den Mangel im Bereich der Fachkräfte. Dieser Mangel ist zwar einerseits auch auf die Altersentwicklung/Nachwuchsproblematik zurückzuführen. Aber auch eine starke Verwissenschaftlichung der Gesellschaft kann gerade handwerklich spezialisierten Nachwuchs abgraben.

LLL???

Wie wichtig ist ein meinem eigenen Umfeld das lebenslange Lernen und wie kann ich persönlich die Akteure dazu motivieren und dabei unterstützen?

In meinem eigenen privaten wie beruflichen Umfeld hat lebenslanges Lernen einen hohen Stellenwert (der leider nicht überall erkannt wird).

Im privaten Umfeld bin ich bezüglich lebenslangen Lernens eher in der Motivatorenrolle und Vorbildrolle. Meiner Tochter muss aus meiner Sicht schon möglichst früh ein Lern-Selbstverständnis vermittelt werden, so dass die sich entwickelnde Einstellung dazu, die ein wesentlicher Faktor für ein Leben mit lebenslangem Lernen ist, so früh wie möglich in positiver Ausprägung entwickelt wird. Motivation hierfür kann bei einem Kind gewiss geschaffen werden, indem einerseits Lernen vorgelebt wird, andererseits Lernen in Spiele eingebaut und die individuellen Vorteile durch Lernerfolge stetig aufgezeigt werden.
Weiter bin ich in der Motivatorenrolle, was die ständige Bestätigung der Integration von lebenslangem Lernen in den Alltag meiner Frau angeht. Als Lehrerin, die in Bayern plötzlich ganz andere (leider nicht qualitative) Anforderungen erfüllen muss, ist Lernen für sie wieder normaler geworden. Und gerade in Berufen im Bildungsbereich wird der stärkere Wandel hin zur Wissensgesellschaft eine stetige Anpassung des eigenen Wissens-/Kompetenzportfolios erfordern. Auch die Neigung zu reformpädagogischen Formen der schulischen Lehre fordert und fördert in diesem Zusammenhang das Lernen. Wird an dieser Stelle nun wieder Bestätigung für Leistung und beispielhaftes Vorleben beigesteuert, stehen die Karten für eine Heranführung an das lebenslange Lernen nicht schlecht.

Beruflich ist das Thema lebenslanges Lernen sowohl für mich persönlich als auch für mein Umfeld ein äußerst wichtiger Faktor. Im zentralen Bereich eines Bildungsunternehmens ist natürlich die Sicht der Lernenden wichtig, besonders aber auch die Sicht der Mitarbeiter. Unabhängig davon, dass die Lehr-/ Lerninhalte sich stetig ändern und somit ein stetiges Lernen der Mitarbeiter selbstverständlich sein müsste, befinden sich auch die Methoden und Lehrwerkzeuge in einem stetigen Wandel. Hier ist leider oft zu erkennen, dass Motivation und Unterstützung der Mitarbeiter in höherem Maße nötig sind, als es bei Bildungspersonal zu erwarten sein sollte. Stellschrauben dafür können natürlich jedem Werk über Motivation entnommen werden, doch das konkrete Vorgehen zur Zielerlangen ist aus meiner Sicht ein steiniger Weg, der nicht pauschal beschrieben werden kann.
Ich bin bewusst zuerst auf den Bereich der Mitarbeiter (oft Lehrenden)eingegangen, da sich in der Betrachtung zeigt, wo es Probleme bei der Motivation und Unterstützung der Lernenden gibt. Vorbildfunktion, Selbstverständlichkeit, Motivation können nur gelebt werden, wenn eine eigene Überzeugung im Vorlebenden vorhanden ist. Wie aber oben zu lesen, ist dies nicht selbstverständlich.

Zusammengefasst: Lebenslanges Lernen zeigt sich aus meiner Sicht in fast jedem Lebensbereich als eine wichtige Einstellung (ja, es ist aus meiner Sicht eine Einstellung). Leider ist in vielen Bereichen noch Widerstand zu entdecken, der nicht immer überwindbar erscheint. Generell sind motivierende Faktoren immer ein Vorleben der Einstellung, eine selbstverständliche Integration von lebenslangem Lernen in die Prozesse des Alltags und das Aufzeigen von individuellen Vorteilen, die sich aus lebenslangem Lernen ergeben.

(Kommentar zur Aufgabenstellung: Auf die Akteure des lebenslangen Lernens wie mein Verständnis sich aus dem Studienmaterial ergeben hat, bin ich bewusst nicht eingegangen, da ich aus der Fragestellung abgeleitet habe, dass „Akteure“ in diesem Zusammenhang)

NICHTS

wäre die richtige Antwort auf die aktuelle Reflexionsaufgabe…

In dieser Reflexionsaufgabe soll ich mich dazu äußern, ob ich im Rahmen einer Gruppenaufgabe zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre oder ob ich noch Punkte hätte, die ich gerne hinzufügen würde.

Das NICHTS in der Überschrift dieses Eintrags wäre zwar inhaltlich richtig und vertretbar, würde aber als Bearbeitung einer Aufgabe wohl nicht akzeptiert werden 😉

Deswegen die epxlizite Antwort:

Ob ich im Rahmen der Gruppenaufgabe zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre (.., wenn ich sie allein bearbeitet hätte..) kann ich nicht sagen, ich vermute jedoch schon, da ich bestimmte Denkanregungen ohne die Gruppendiskussion nicht erhalten hätte. Ich bin aber mit dem Gruppenergebnis durchgängig zufrieden und würde diesem auch keine Punkte mehr hinzufügen. Das mag daran liegen, dass unsere Gruppe eine sehr harmonische Zusammenarbeit (Diskussionen sind meist konstruktiv) an den Tag legt und Argumente nicht ungehört bleiben. So hat sich im Rahmen der Gruppenarbeit ein wirkliches Gruppenergebnis entwickelt. Ideen, die von Gruppenmitgliedern kamen, die nicht im Ergebnis aufgetaucht sind, wurde sauber falsiert, Ideen, die anfangs nicht Teil der Lösung waren, aber sauber argumentiert wurden, sind aufgenommen worden. So gibt es aus meiner Sicht nur die Möglichkeit, dass ich bei einer Einzelbearbeitung evtl. Punkte nicht dabei hätte, die im Ergebnis aufgenommen worden sind, aber nur, weil ich sie nicht bedacht hätte…

Solche Gedanken machen mich immer wieder froh, Teil der 8er-Kiste zu sein 🙂

„with a little help from my friends“

Service

(c) Rainer Sturm / www.pixelio.de

Im zu betrachtenden Szenario hat Frau Knecht ein Projekt zur Realisierung eines Internetauftritts geleitet und dieses Projekt auf sehr steinigem Wege zum Abschluss gebracht. Das Projekt ist nun beendet und der Internetauftritt geht in die Wartungs-/Pflegephase über. Einige Mitglieder des ehemaligen Projektteams sollen die Aufgaben zur Wartung/Pflege übernehmen. Die Fragestellung dieser Reflexionsaufgabe ist, welche Empfehlungen dem Team hilfreich sein könnten, damit der Arbeitsprozess in Zukunft reibungsloser verläuft.

 Aus der Vorgehensweise im Projekt zur Realisierung des Internetauftritts lassen sich einige Fehler herauslesen, die bei der Wartung ebenso wie im Projekt zu Problemen führen können. Deswegen meine Tipps an Frau Knecht:

Definieren Sie Verantwortungsbereiche und ordnen Sie diese genau einer Person zu:
  Aufgabenschieberei und Fingerpointing werden verhindert, Probleme können Personengranular nachvollzogen werden.

– Bieten Sie eine einheitliche  Schnittstelle, an die Probleme mit dem Internetauftritt herangetragen werden können (z.B. ein Support-Email-Postfach, welches vom gesamten Support-Team gelesen werden kann – die Abarbeitung wird durch die Verantwortungsbereiche gesteuert):
  Dies ist die Grundvoraussetzung , dass der User sich nicht „verläuft“. Auch die Nachvollziehbarkeit von gemeldeten Problemen ist gegeben. Die Wahrscheinlichkeit der Fehlerbehebung wird damit erhöht. Falls Support-Mitarbeiter ihre Probleme nicht sauber nach Verantwortlichkeit filtern können oder wollen (sprich sich drücken), wäre eine Vorsortierung der Support-Anfragen mit Zuordnung zu den Verantwortlichen möglich.

Protokollieren Sie wiederauftretende Probleme, damit die Lösung nicht immer aufs Neue gefunden werden muss:
  Gerade bei größeren Problemen, die nur sporadisch auftreten (die Lösungen geraten in Vergessenheit), kann dies sehr hilfreich sein. Wenn die Vertreterregelung (siehe unten) in Kraft tritt, ist der Vertreter handlungsfähiger, wenn er auf die Protokolle des Verantwortlichen zugreifen kann.

– Schaffen Sie eine Vertreterregelung innerhalb jedes Verantwortungsbereichs:
  Kranke Mitarbeiter, Mitarbeiter, die Urlaub machen und Mitarbeiter, die gerade aus dienstlichen Gründen nicht verfügbar sind, müssen vertreten werden, damit es nicht zu langen Wartezeiten kommt.

– Stellen Sie häufige Fehler von Anwendern in einer  FAQ im Internetauftritt zusammen, um den Support zu entlasten:
  Der anfängliche Zusatzaufwand wird die Mitarbeiter künftig entlasten.

Schulen Sie die Mitarbeiter:
  Nur wer handlungskompetent ist, kann kompetent handeln! Befriedigende Ergebnisse sind nur so erreichbar.

Dies ist natürlich nur eine Auswahl an Empfehlungen. En détail wären natürlich noch viele Tipps möglich. Doch ich denke, dass das Beachten der oben genannten Emfpehlungen dem Prozessablauf schon einiges an Reibung nehmen kann. Toi, toi ,toi Frau Knecht!

Einmal didatisch-methodische Struktur und zurück bitte!

Im Rahmen einer Gruppenaufgabe zur didaktisch-methodischen Struktur medialer Lernangebote sollte zu einem Fallbeispiel eine Entscheidung gefunden werden, ob die didaktisch-methodische Struktur des Lernangebots im Beispiel eher sequentiell oder logisch strukturiert sein solle.

Hier im Blog soll nun reflektiert werden, welche Merkmale stark ausschlaggebend für die Entscheidung waren und welche eher weniger Einfluss hatten. Auch soll ein Statement dazu abgegeben werden, für wie notwendig ein solcher Entscheidungsprozess (also eine Festlegung, ob sequentiell oder logisch strukturiert wird) betrachtet wird.

Braucht es solch einen Entscheidungsprozess?
Mit diesem Statement möchte ich gleich starten: Ich halte diesen Entscheidungsprozess für sehr wichtig! Den Gedankengang, eine solche Entscheidung überhaupt an den vorgeschlagenen Faktoren* festzumachen, ist für mich eine wichtige Erkenntnis. Ich war in solchen Fragen bisher eher ein „bauchgesteuerter“ Mensch, tendiere jetzt aber dazu, eine „bauchgesteuerte“ Entscheidung im Zusammenhang als Frage des Glücks zu betrachten. Aus meiner Sicht kann eine Betrachtung der Faktoren und eine daraus resultierende Entscheidung für eine didaktisch-methodische Struktur eklatante Auswirkungen auf den Lernerfolg haben (bezogen auf die Gesamt-Zielgruppe).

*Lehrstoff, Lernsituation, Zielgruppe, Lernstil, Motivation und Vorwissen

Faktoren und ihr Einfluss auf Entscheidungen:
Nun zu der Frage, welche der Faktoren stärker ausschlaggebend für die Entscheidung der methodisch-didaktischen Struktur (im Beispiel haben wir uns für sequentiell entschieden) waren, und welche Faktoren weniger stark:

Aus meiner Sicht hatten die Faktoren Motivation, Lernstil und Lernsituation einen sehr starken Einfluss auf die Entscheidung zur methodisch-didaktischen Struktur. Der Einfluss der Faktoren Lehrstoff, Zielgruppe, Vorwissen war in meinen Augen schwächer. Ganz wichtig für die Entscheidung zu einer sequentiellen Strukturierung (gerade im Fallbeispiel) ist natürlich, dass bei eher unselbständigen Lernern, die ein verpflichtenden Lerninhalt rezipieren müssen und dabei wahrscheinlich fast nur extrinsisch motiviert sind, ein Lernen, welches explorativ angehaucht ist, kaum Erfolgschancen hat. Nur über diese Faktoren allein müsste schon eine Entscheidungsgrundlage für sequentielles Lernen gegeben sein. Das dies über den Lehrstoff noch bestärkt wird ist zwar gut, aber eher aus Gesichtspunkten des Aufwandes wichtig (flach gegliederten Stoff ohne zwingende Abfolge der Informationen sind sequentiell schwieriger darstellbar). Der Faktoren Zielgruppe und Vorwissen können aus meiner Sicht die Entscheidung zwar in diesem Zusammenhang generell bestärken oder partiell widerlegen, sie aber nicht ändern. Somit sind sie zwar wichtig zu betrachten und können bei einer „knappen“ Entscheidung ausschlaggebend sein, beeinflussen diese aber nicht grundlegend (der Faktor Zielgruppe noch eher als Vorwissen, doch da es in diesem Zusammenhang nur um die Heterogenität/Homogenität geht, wohl auch nicht entscheidend).

Programmieren lernen -> nö!

Programmier-Tutorial
Programmier-Tutorial

In dieser Reflexionsaufgabe schildere ich meinen Ersteindruck zu dem online-Learning Tool von Thomas Würthinger, dass in die Grundzüge des Programmierens einführen soll. Anschließend erläutere ich kurz, inwiefern ich die Qualität des Angebots aus mediendidaktischer Sicht feststellen kann.

Ersteindruck: Trotz des angenehmen Äußeren sehe ich hinter dem Ansatz, über dieses Tutorial in die Programmierung einzuführen, guten Willen, aber kaum Erfolgschancen. Es fehlt im gesamten Tutorial der Gedanke daran, dass der potenzielle Lernende auch ein wirklicher Anfänger sein könnte. Es wird z.B. über Deklarationen gesprochen, aber nicht erläutert, was Deklarieren überhaupt ist. Was sind Initialisierungen, wo wird das erklärt?  „Alle Bits, die entweder in a oder in b auf 1 sind, werden auf 1 gesetzt, alle anderen auf 0.“ Was sind Bits? Was sind überhaupt Datentypen und was sind denn wirklich Variablen? Funktionen arbeiten über Parameter? Was für Parameter, wieviele kann ich nutzen und warum ist das so? Könnte ein Rückgabewert für eine Funktion vielleicht auch Relevanz haben? Kann ich ein Array verstehen, ohne es optisch dargestellt zu bekommen?

Diese Aneinanderreihung von Fragen könnte ich beliebig fortsetzen und leider fast durchgehend so beantworten, dass das Tutorial nicht gut abschneidet. Der Autor hat sich viel Mühe gegeben, scheint aber kaum Erfahrung damit zu haben, WIE ahnungslos und orientierungslos Anfänger in der Programmierung sein können. Mein Ersteindruck vermittelt mir bzgl. des Autors also viel guten Willen, jedoch auch Naivität ob der Leichtigkeit des Lehrens (von JavaScript-Problemen mal abgesehen – siehe Bild oben).

Inwieweit kann ich dieses Angebot nun aus mediendidaktischer Sicht beurteilen?

Die Antwort auf diese Frage gestaltet sich mit Bezug auf den Studienbrief „Einführung in die gestaltungsorientierte Mediendidaktik“ recht kurz. Die These: „Es kann der Mediendidaktik damit nicht um die technische oder ästhetische Qualität von Medien gehen, sondern um ihren Beitrag zur Lösung von Bildungsproblemen bzw. Gestaltung eines Bildungsanliegens“ verbietet mir quasi ein mediendidaktisches Urteil dieses Angebots. Dazu müsste ich es einer vertieften Evaluierung unterziehen. Versuche ich jedoch eine Beurteilung  der Qualität des Angebots aus meiner Erfahrung als qualifizierter Programmierer, der über viele Jahre verschiedenste Zielgruppen in sehr unterschiedlichen Ausprägungen von einfachsten Grundlagen der prozeduralen Programmierung bis hin zu vertiefter Objektorientierter Programmierung geführt hat, so komme ich zu dem Urteil, dass das Angebot kaum (nicht gar nicht) zur Lösung von Bildungsproblemen beitragen kann (und dabei ist die Formulierung des Bildungsproblems relativ irrelevant).

Noch ein kurzer Hinweis bzgl. der „Eigenentwicklung“ einer Programmiersprache zum Lehren/Lernen à hier wurde aus meiner Sicht unnötiger Aufwand (wenn auch in netter Qualität) betrieben, da Lernsprachen in hoher Qualität schon existieren und man die Programmierung auch gut an operativen Sprachen lehren kann (indem man bzgl. des Umfangs der Sprache eine Reduktion auf die zu vermittelnden Teile vornimmt).

TECHFORCE… whatcha gonna do when they come for you

Im Rahmen unseres „Digital Tools“-Taktes „Virtuelle Welten und Serious Games“ war es Aufgabe, ein Serious Game auszuprobieren und zu bewerten.

Ich habe das Serious Game „Techforce“  der Gesamtmetall (Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie) gewählt. Ich habe dieses Spiel gewählt, da in meinem Unternehmen viele der Berufe aus dem Betrachtungsbereich ausgebildet werden und da das Spiel den Deutschen Computerspielepreis „Bestes Serious Game 2009“ gewonnen hat. Das Spiel soll Jugendlichen Einblick in moderne Metall- und Elektroberufe geben und Interesse zur Bewerbung wecken.

 techforce

Bezugsquelle für das kostenfreie Spiel war für mich die Homepage zum Spiel: www.techforce.de . Dort habe ich das Spiel auf CD geordert. Kaum eingetroffen, war das Spiel schon installiert und gestartet. Mit hohen Erwartungen habe ich ein Profil kreiert und ging an die Charakterauswahl. Hier wurde ich schon das erste Mal enttäuscht (leider nicht das letzte Mal). Ich hatte nur je zwei weibliche und männliche Charaktere zur Auswahl, die sich in keiner Hinsicht modifizieren ließen. Für mich ist ein individuell anpassbarer Avatar ein wichtiger Faktor, um Indentifikation und idealerweise auch Immersion zu erfahren. Meine weiteren Erfahrungen mit dem Spiel?

Die Story:

Die durch den Spieler gesteuerte Hauptfigur wird im Rahmen eines Abschlussprojekts extrem pfiffiger Auszubildender als Testpilot eingesetzt (wie er dazu kommt bleibt unklar). Der Testpilot wird gebraucht, da die Auszubildenden im Projekt einen „Glider“ bauen, der an einem Gliderrennen teilnehmen soll. Bevor das Rennen jedoch losgeht, müssen noch einige Probleme gelöst werden, die während des Gliderbaus aufgetreten sind. Die Auszubildenden sind zwar hochqualifiziert, trotzdem soll der unbekannte Testpilot für sie die kritischen Teile ihrer Aufgaben lösen. Soviel zur Glaubhaftigkeit der Story. Nach dem Lösen einiger technischer Probleme mit Hilfe von Videos und Tutorials besteht für den Spieler die Möglichkeit, den Glider auf der Teststrecke Probe zu fliegen. Während des Fluges kommt es zu verschiedenen Problemen, die darauf hinweisen, dass die Aufgaben nicht ideal gelöst sind. Nun kann man bei den Aufgabenlösungen noch Feintuning betreiben und das Flugergebnis damit verbessern. Höhepunkt des Spieles ist dann das abschließende Rennen, dass aber nur gewonnen werden kann, wenn der Glider sauber fertig gebaut wurde.

Die Präsentation:

Das Spiel präsentiert sich in etwas veralteter, nicht allzu detaillierter Grafik. Es ist aber durchaus nicht hässlich und vergleichbar mit Point-and-Click-Adventures von vor 5-6 Jahren. Was aber aus meiner Sicht auch zur Präsentation gehört ist die Gestaltung der Dialoge und Videos. Und hier zeigt das Spiel erhebliche Schwächen. Die Dialoge sind schlecht geschrieben, teilweise pseudowitzig und keineswegs „cool“. Beispiel gefällig? Avatar zur Mechatronikerin: „Hydraulik, tut das weh?“ oder: der Hausmeister fragt den Avatar, ob er überhaupt wisse, was Azubi heißt. Als Antwortmöglichkeiten stehen Auszubildender und Anzubindender zur Auswahl. Das reißt die Zielgruppe ganz sicher nicht vom Hocker.

Das Lernen:

Der Grundgedanke der Einbindung von Lerninhalten in dieses Spiel gefällt mir eigentlich ganz gut. Um Probleme zu lösen, die zu dem Ziel (Gliderrennen) führen, muss der Spieler sich theoretisches Wissen zu den unterschiedlichen im Spiel vorgestellten Fachbereichen aneignen. Hierzu stehen ihm Informationsvideos aus verschiedenen Ausbildungsbetrieben („echte“ Videos) und sein PDA zur Verfügung. Der PDA stellt unter anderem einen Taschenrechner und fachliche Informationen zu den Themen Elektrizität, Hydraulik, Fertigungstechnik, Informatik und Konstruktion zur Verfügung. In interaktiven CBTs werden hier die Grundlagen der verschiedenen Bereiche wie z.B. das Ohm´sche Gesetz in der Elektrizität erklärt.

Leider krankt Techforce hier wieder im Detail. Trotz der aus meiner Sicht sympathischen norddeutschen Aussprache des einen oder anderen Ingenieurs wirken die Videos leider sehr fingiert und lassen sich nicht mal abbrechen oder weiterspulen. Auch die CBTs des PDAs sind auf Dauer nervig. Wenn der Spieler z.B. zum zweiten Mal Informationen über das Ohm´sche Gesetz anlesen möchte, so muss sich nochmals komplett durch die Kapitel „Spannung“, „Stromstärke“ und  „Widerstand“ klicken.

Die meisten Aufgaben sind leider durch Trial und Error recht gut zu lösen, so dass der Spieler nicht einmal den „Zwang“ hat, sich die theoretischen Informationen zu erarbeiten. Auch bei vielen Versuchen hat dies keinerlei negative Konsequenz auf den weiteren Spielverlauf. Hier geht aus meiner Sicht ein Großteil des Spielsinns verloren.

Wie oben schon erwähnt, ist es auch recht kryptisch, warum der Avatar so anspruchsvolle Aufgaben wie das richtige Einsetzen von Werkzeugen einer CNC-Maschine oder das Verbauen von Wiederständen übernehmen soll, wenn der Fachmann neben ihm steht.

Das Fazit

Schön ist es, wenn eine relativ konservative Industrie versucht, sich ihrer Bewerberzielgruppe anzupassen. Schade ist es, wenn dies misslingt und dafür sogar noch Auszeichnungen vergeben werden.

Aus meiner Sicht fördert das Spiel nicht den Zugang zu den dargestellten Themen, es könnte aber dafür sorgen, dass der junge Mensch mal wieder ein wenig kürzer am Rechner sitzt – auch nicht schlecht. Der Spielzyklus nach Garris funktioniert hier aus meiner Sicht nur zu zwei Dritteln. Verhalten und Rückmeldung. Das dritte Drittel, die Motivation, kommt eindeutig zu kurz.

Möchte man Menschen über Spiele lernen lassen, was durchaus sinnvoll sein kann, so sollte man nicht raten, was der Zielgruppe gefällt, man sollte es evaluieren. Und sollte dies bei Techforce passiert sein, wage ich zu behaupten, dass es schief gegangen ist.

In einem Satz: Gute Idee, schlechte Umsetzung.

WBT = Wreck Brain Technology?

verzweifelt(klein)

Foto: aboutpixel.de - Pascal Can

Der Blogeintrag dazu ist wohl mein längster bisher. Das mag daran liegen, dass mich die zugrunde liegende Aufgabe emotional am stärksten berührt hat J.

Nach der Einführung in das Thema habe ich unten in Tagebuchform ohne platzraubenden Satzbau den Ablauf der Aufgabenerfüllung geschildert.

   

Aufgabe:“Erstellen Sie eine Lerneinheit zu einem Thema Ihrer Wahl, mit einem Editor Ihrer Wahl“:

Nachdem ich mir einige Tools im Internet angesehen habe und längere Zeit schwer gegrübelt habe, habe ich mich entschieden, ein WBT zum Thema Bilanz zu erstellen. Während der Suche nach passenden Werkzeugen im Internet fiel mir ein, dass mir im dienstlichen Umfeld eine Software zur Erstellung von WBTs zur Verfügung steht. Es handelt sich dabei um die kostenpflichtige Software RapidFactoryWeb® der Firma e/t/s didactic media. Final überzeugt, dass das Werkzeug zur Aufgabe passt wurde ich, als ich gesehen habe, dass sie das „Comenius EduMedia Siegel“ trägt (so kann der olle Comenius in zweien meiner Blogeinträge erwähnt werden). Edit: ich habe gerade erfahren, dass das Comenius Siegel evtl. nicht das stärkste qualitative Kriterium ist.

Features der Software sind primär, dass Powerpoint respektive Wordinhalte in WBTs umgewandelt werden können. Dabei besteht die Möglichkeit, Texte in Ton umzuwandeln und interaktive Tests zu gestalten. Dies ganze soll ohne Programmierkenntnisse möglich sein. Der Output der Software soll sich an den SCORM-Standard halten.

Meine Arbeit mit dem Tool erfolgte so:

 

TAG 1: Installation à Start à PowerPoint testweise importiert à WBT-Test à nichts geht. Knapp zwei Stunden Fehlersuche und Einstellungen testen. Danach Anruf beim Support. Nach 20 Minuten Telefonat ohne Ergebnis wird die weitere Fehlersuche auf TAG 2 verschoben. Aufwand heute ca. zwei Stunden, 20 Minuten.

 

TAG 2: Fehlersuche mit Support am Telefon. Nach ca. 30 Minuten Fehler gefunden à eine integrierte Bildimport-Software war fehlerhaft installiert. Der Start mit der Software war sehr frustrierend, der gute Support zeigt aber, warum es Sinn machen kann, auf Bezahlprodukte zuzugreifen. Test-WBT (eine Folie, ein Bild, ein kurzer Text) läuft. Beim Experimentieren festgestellt, dass es trotz „Rapid“ recht aufwändig sein wird, ein WBT zu erstellen. Taktik geändert. Kein seriöses WBT über Bilanz, sondern ein WBT über den Austausch eines Notebook-Laufwerks ohne Anspruch auf Umfang und Fachlichkeit. Kurzes Drehbuch erstellt, erste Lese-Texte verfasst und Überlegungen zu vertonten Texten gemacht. Gleich Online-Meeting für Gruppenaufgabe. Morgen geht’s weiter. Ach übrigens: die WBT-Software schnappt sich das Tastenkürzel Strg+Umschalt+f zum Starten. Immer wenn ich in Word fett formatieren möchte starte ich jetzt RapidFactoryWeb®. Aufwand heute ca. 2 Stunden, 40 Minuten.

 

TAG 3: Keine Lust auf Urheberrechtsverletzungen. Fotos vom Lifebook gemacht. Wollte TAG 3 fett formatieren, stattdessen Software gestartet. It su***! Schaffe es heute nicht mehr, die Fotos in das WBT zu integrieren. Aufwand heute ca. 30 Minuten.

 

TAG 4: Heute die Bilder in das WBT integriert. Lief überraschend problemlos. Nur wurden die Bilder nicht angezeigt. Es heißt wieder Basteln.

Nach einigem Probieren rausgefunden, dass Bilder ab einer Breite von ca. 13 cm nicht mehr angezeigt werden. Bilder geschrumpft, passt jetzt. Integration Bilder ca. 2 Stunden. Falls noch nicht erwähnt, der Import aus PowerPoint dauert immer ca. 3-5 Minuten. Da sammelt sich einiges an Wartezeit.

So, die Struktur des WBT passt jetzt auch. Nächster Schritt: Feintuning. Die Optik habe ich inzwischen aufgegeben. Da stellt mir das Werkzeug zu wenig Möglichkeiten zur Verfügung (PowerPoint hintergründe werden nicht übernommen, Grafiken als Wasserzeichen sind größer 13 cm, werden nicht angezeigt etc.).

Ja, wo muss dann am kleinen zehn-Folien-WBT denn noch Feintuning betrieben werden? Wer mal in normalem Deutsch geschriebene, über einen Voicerecorder in MP3 umgewandelte Texte gehört hat, weiß wo. Mensch, kann man schlecht vorlesen, wenn man ein Computerprogramm ist.

So, die Sprachausgabe ist nun akzeptabel, ca. 30 Minuten. Morgen steht die Gestaltung der Tests auf dem Programm. Aufwand heute ca. zwei Stunden, 30 Minuten.

 

TAG 5: Heute sind die Tests dran. Ich kreiere probeweise einen Mulitple Choice-, einen Drag and Drop- und einen Lückentexttest.

Hat wunderbar geklappt. Aufwand ca. 30 Minuten.

Mein Drehbuch ist nun abgebildet. Jetzt wird das Ganze nochmal als Veröffentlichung ohne die Autorensoftware geprüft.

WBT-Package erstellt – warum wird der falsche Text erzählt? Die Korrekturen in der Aussprache sind nicht aktiv. Ca. 40 Minuten ausprobiert, dann resigniert. WBTs gelöscht, aus korrigierter PowerPoint neu generiert, Tests neu erstellt. Wegen der aufkommenden Routine nur ca. 20 Minuten Zeitanspruch.

Test – alles funktioniert. Sieht bescheiden aus, aber es funktioniert! Habe beschlossen, das Ausprobieren der zusätzlichen Funktionen der Software auf Oktober zu verschieben – 2012. WBT-Ersteller müssen scheinbar frustresistent sein. Naja, vielleicht packt´s mich ja nochmal, und ich versuche mich zeitnäher wieder. Aufwand heute ca. zwei Stunden.

 

Fazit: Ich bin das WBT mit einer viel versprechenden Software angegangen. Ich hatte geplant, den vollen Featureumfang zu nutzen (Videos, Flash, Scripte, Verlinkungen etc.). Nachdem ich jedoch viele Frusterlebnisse hatte und zur Erstellung einer kurzen, inhaltlich nicht anspruchsvollen Lerneinheit zehn Stunden ins Land gegangen sind, habe ich mir jedoch eine Empfehlung Buddhas zu Herzen genommen, nämlich „Zufriedenheit zu kultivieren“. Ich bin nun vorläufig zufrieden mit meinem Ergebnis, werde es einreichen, muss aber das Werkzeug als kompliziert bewerten. Eine finale Bewertung des Gesamtwerkzeugs ist nach der Nutzungszeit aus meiner Sicht nicht möglich. Die erforderliche Einarbeitungszeit wird von mir aber mit ungenügend bewertet.

Wie war´s?

Überschrift
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO www.pixelio.de

Wie war die Erfahrung mit der Gruppenaufgabe im letzten Takt, in der wir innerhalb der Lerngruppe unsere Erfahrungen zu unterschiedlichen Online-Kommunikationstools ausgetauscht haben? (Reflexion)

Grundsätzlich empfand ich die Aufgabe als interessant, da ich „gezwungen“ war, mir vertieft Gedanken über Werkzeuge zu machen, die ich täglich nutze. Auch war es äußerst interessant zu sehen, wie die Erfahrungen anderer mit den gleichen Werkzeugen waren – teilweise stark abweichend voneinander. Inhaltlich hat die Aufgabe bei mir keine Fragen aufgeworfen und auch die Sinnhaftigkeit war für mich gegeben.

Die Rollenverteilung  im Rahmen der Aufgabe war schnell erledigt, da es nur eine „Sonderrolle“ – die des Moderators – gab. Für diese Rolle hat sich direkt ein Lerngruppenmitglied freiwillig gemeldet. Die anderen Teilnehmer an der Diskussion mussten dann nur noch ihre Erfahrungen austauschen. Bis auf leichte zeitliche Diskrepanzen beim Posten der Diskussionsbeiträge ist der Erfahrungsaustausch aus meiner Sicht inhaltlich sehr positiv verlaufen. Von Moderationsseite wurden die Kernaussagen übersichtlich in tabellarischer Form dargestellt.

Somit ist mein Fazit zur Aufgabenstellung und auch zur Bearbeitung fast durchgehend als positiv einzustufen.

Ein Punkt ist für mich jedoch wert, kritisiert zu werden: Zur Schaffung der theoretischen Grundlage zu dieser Aufgabe stand ein Studienbrief zur Verfügung. Aus meiner Sicht waren die meisten Studienbriefe und Zusatzmaterialien, die ich im Rahmen der ersten Takte erhalten habe durchaus geeignet, eine solide Wissensbasis im jeweiligen Fachgebiet aufzubauen. Der Studienbrief zu den „Formen netzbasierter Wissenskommunikation und Kollaboration“ ist aus meiner Sicht jedoch sowohl in Qualität als auch in Umfang und Aktualität deutlich unter dem bisherigen Niveau. Die Werkzeuge, die in diesem Studienbrief beleuchtet werden, werden nur sehr oberflächlich betrachtet. Auch ist die Auswahl der Werkzeuge sehr begrenzt. Blogs, Twitter u.ä. -> Fehlanzeige.
Nun könnte man diese fehlenden Werkzeuge auf die Aktualisierungszyklen des Studienbriefes schieben. Doch selbst unter diesem Gesichtspunkt bleibt mir unklar, wie z.B. das Werkzeug Forum behandelt wird. Forum taucht nur im Zusammenhang mit Newsgroups auf. Aus meiner Sicht sollte man hier aber stark zum „normalen“ Webforum differenzieren, da der Grundgedanke nicht dem einer Newsgroup entsprechen muss. Das Werkzeug des Web(diskussions)forums ist durchaus ein älteres und intensiv genutztes und sollte im Rahmen eines solchen Studienbriefes – unabhängig von der Aktualität – selbstverständlich explizit betrachtet werden.

Gesamtfazit: Aufgabe = gut; Studienbrief = nicht so gut!

CMC (Computer Mediated Communication) oder doch FTF (Face-to-Face), das ist hier die Frage!

Heute eine Reflextionsaufgabe zu „Formen netzbasierter Wissenskommunikation und Kollaboration“.

„Denken Sie an die von Ihnen erlebte Online-Kommunikations-Situationen und reflektieren Sie in Ihrem Blog auf Basis Ihrer Erfahrungen, inwieweit Sie für sich Problemfelder in der Online-Kommunikation ausmachen konnten oder welche Vorzüge sie zur klassischen Face-to-Face- Kommunikation hat.“

Viele Jahre lang kommuniziere ich nun schon online. Das Warum habe ich bisher eigentlich noch gar nicht so richtig hinterfragt. Ich habe es einfach getan. Mein erster Gedanke beim Lesen der Reflexionsaufgabe war, dass es durchaus einige Vorteile der Online-Kommunikation gegenüber der Face-to-Face Kommunikation geben muss – sonst würde ich es ja nicht solange unhinterfragt tun. Und siehe da, mannigfaltige Vorteile tun sich auf. Ich habe doch gerade wieder mit meinem Cousin gemailt. Face-to-Face wäre doch relativ schwierig bei gut 1600 km Distanz. Und letzt hatte ich Probleme mit meinem Handy. Da finde ich nirgends Informationen, wie ich die Probleme lösen kann und in meinem Bekanntenkreis gibt es auch keinen Experten. Da habe ich in ein Fachforum geschrieben (nachts um halb eins) und mich dann schlafen gelegt. Am nächsten Tag eine Antwort da. Die Antwort wurde um ca. fünf Uhr morgens geschrieben. Dank der Möglichkeit der asynchronen Kommunikation musste ich aber nicht nachts über vier Stunden an meinem Rechner auf eine Antwort lauern. Ich denke auch, dass die Möglichkeit der reviewability und revisability mir so manches Mal die Arbeit leichter gemacht hat. So wurden Emails, die in einem fast cholerischen Zustand geschrieben wurde, nach dem zweiten oder dritten Lesen wieder humaner formuliert und Konflikte wurden verhindert. Auch gab es häufiger die Möglichkeit auf per Email ausgetauschte Beschlüsse zu referenzieren, was so manche Diskussion verkürzt oder entschärft hat.

Mir zeigen sich also einige Stärken in der Online-Kommunikation gegenüber der Face-to-Face-Kommunikation.  Die da unter Anderem die Distanzüberbrückung, die Möglichkeit zur asynchronen Kommunikation, die Möglichkeit zur Überarbeitung und die Archivierbarkeit wären.

Aber gab es auch Situationen, bei denen sich für mich Nachteile gegenüber der Face-to-Face-Kommunikation ergeben haben? Ja!

Vor einigen Jahren habe ich mich in einigen Chat-Communities aufgehalten, in denen ich Erfahrungsaustausch zu meinen Sportarten und zu Computerspielen betrieben habe. Es gab dabei sehr häufig Probleme mit dem Thema Ironie. Aus meiner Sicht muss eine gutes Gespräch auch immer mit durch ein wenig Humor geprägt sein – auch online. Oft hat sich dabei aber das Problem ergeben, dass trotz Kennzeichnung durch entsprechende Smileys o. ä.  nicht klar geworden ist, dass ein Scherz ein Scherz war und Gesprächspartner beleidigt waren. Dies lässt sich in der Face-to-Face-Kommunikation meist durch nonverbale Cues verhindern. Und genau hier liegt für mich der primäre, aber auch entscheidende Unterschied zwischen FTF-Kommunikation und CMC. Es fehlen persönliche Eindrücke, die im Rahmen der CMC nur rudimentär oder gar nicht wahrnehmbar sind. Gerade diese Eindrücke prägen aus meiner Sicht ein gutes Gespräch.

So lautet mein Fazit: CMC macht zum Informationsaustausch und bei Notwendigkeit (z.B. Distanzüberbrückung) durchaus Sinn, FTF-Kommunikation macht aber mehr Spaß und Spaß bringt aus meiner Sicht auch meist Ergiebigkeit.